Hitzeschutz an den Schulen

Bis zum Jahr 2050 wird eine Verdoppelung der Anzahl Hitzetage (Tage mit einer Höchsttemperatur von über 30 °C) in unserem Kanton erwartet. Das ist eine Tatsache, die von uns allen Anpassungen fordert. Von diesen Hitzetagen sind auch unsere Schulen betroffen. Messungen des Lehrerinnen- und Lehrervereins aus dem Jahr 2023 haben ergeben, dass an einigen Schulen im Kanton während des Unterrichts im Sommer Temperaturen von über 35 Grad herrschen. Ein Umstand, der für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen gesundheitsgefährdend ist.

Zum Lernen in den Keller

Hinzu kommt, dass ein Unterrichten bei über 30 Grad Celsius in den Schulzimmern während Hitzetagen praktisch nicht möglich ist. Dadurch geht wertvolle Lernzeit verloren. Die bisherigen Empfehlungen der Bildungsdirektion, viel Wasser zu trinken und im Keller oder im Wald zu unterrichten, wirken etwas hilflos.

Aktive Kühlung bei Neubauten

Nach langen Arbeiten und intensivem Lobbying im Landrat konnte erreicht werden, dass sich das Parlament mit der Problematik befasst. Der Landrat hat verschiedene Vorstösse der SP-Fraktion, die dringende Massnahmen für den Hitzeschutz an den Schulen fordern, überwiesen. Auch die Verwaltung hat reagiert: Der Neubau der Sekundarschule Allschwil erhält eine aktive Kühlung und auch in Muttenz und Pratteln werden in den Sekundarschul-Neubauten Kühlungssysteme und Lüftungen installiert.

Dank SP: Besserungen in Sicht auch bei Bestandesbauten

Das Problem bleiben jedoch die Bestandsbauten. Hier staut sich die Hitze, und die Betroffenen leiden weiterhin. Dank Vorstössen der SP-Fraktion kommt nun auch hier Bewegung in die Sache: Der Kanton muss kurzfristige Massnahmen zum Hitzeschutz an den kantonalen Schulen treffen und endlich ein Hitzemonitoring einrichten. Eine deutliche Mehrheit des Landrats hat diese Vorstösse gegen den Willen der Regierung überwiesen. Das Problem bei den Primarschulhausbauten, die sich im Besitz der Gemeinden befinden, bleibt weiterhin ungelöst. Hier sträubt sich der Kanton, Vorgaben zu machen. Wir bleiben jedoch dran.

Jan Kirchmayr, Vizefraktionspräsident

P.S. Hitzeschutz betrifft natürlich nicht nur Schulen, sondern auch Arbeitsnehmende auf dem Bau, im Gewerbe oder in Spitälern und Alters- und Pflegeheimen. Auch hier bleiben wir dran.