Jan Kirchmayr

SP-Landrat

1. Mai Rede in Liestal

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Grussbotschaft des VPODs am 1. Mai 2018 in Liestal. Es gilt das gesprochene Wort.

Liebe Genossinnen, liebe Genossen,
Geschätzte Kolleginnen, geschätzte Kollegen,

Im Jahr 2011 habe ich mich als Schüler gegen die Abbaumassnahmen eingesetzt, die bereits dazumal im Baselbiet grassiert haben. Angefangen hat es bei mir im Gymnasium Münchenstein. Als eine kleine Gruppe haben wir uns für eine baldige Sanierung eingesetzt und dafür gekämpft, dass nicht noch mehr Pflanzen in die Klassenzimmer wachsen und dass wir nicht in 10 Grad kalten Aula im Winter unsere Maturprüfungen schreiben müssen. Dies war der Zeitpunkt, als ich und auch sehr viele andere politisiert wurden. Doch nicht nur die Schülerinnen und Schüler haben für eine bessere Bildung und Infrastruktur gekämpft, sondern auch die Lehrpersonen haben sich an unserer Seite für bessere Anstellungsbedingungen im Kanton eingesetzt. Seite an Seite sind wir vor dem Regierungsgebäude gestanden und haben demonstriert. Acht Jahre später stehe ich als Lehrer, Student und Landrat noch immer am gleichen Ort. Der Teuerungsausgleich wird seit eh und je verweigert, gewisse Jahrgänge haben eine solch miserable Pensionskasse in Aussicht, dass ihnen die Altersarmut droht. Und die Klassen werden immer wie grösser. Doch nicht nur für die Staatsangestellten ist es bitter, sondern auch die Arbeitsbedingungen in der Privatwirtschaft sind unterirdisch. Wer von uns kennt jemanden, der im Niedriglohnsektor arbeitet und das Geld trotzdem nicht reicht zum Leben? Wer von uns kennt jemanden, der mit 55 keine Stelle mehr findet? Wahrscheinlich sehr viele von uns.
Wir kämpfen heute hier für bessere Arbeitsbedingungen für alle. Sei das für den Lehrer, die Arbeiterin oder den Reinigungsangestellten. Wir dürfen uns von den Rechten nicht auseinanderdividieren lassen. Die rechte, neoliberale und marktgläubige Politik ist dafür verantwortlich, dass es keine Mindestlöhne gibt, dass es keine flächendeckenden GAVs gibt und dass einem Altersarmut droht und dies in der Schweiz im 21. Jahrhundert noch keine Lohngleichheit herrscht! Dass die Rechten gerne nach unten treten, ist bekannt. Am vergangenen Donnerstag haben sie im Landrat eine menschenverachtenden Entscheidung getroffen. Der Grundbedarf der Sozialhilfe soll von 986 Franken um 30% Prozent gekürzt werden. So etwas ist einfach nur grässlich. Wie soll man mit knapp 700 Franken für das Essen, die Kleider und die Medikamente aufkommen?
Es ist unsere Aufgabe jetzt zusammenzustehen und die rechte Politik, die unseren Kanton und unsere Menschen kaputt macht, im nächsten Jahr abzustrafen. Die Linke und die Gewerkschaften müssen gestärkt werden, zuerst im Kanton, denn im Bund.
Ich zähle auf euch!

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